Am 9. Juni 1911 treffen sich 13 turnbegeisterte junge Männer im Saal der Gastwirtschaft Kuckuck und legen den Grundstein des „Männer-Turn-Verein zu Colenfeld“.

 

Die Gründerväter sind:

Fritz Borges, Adolf Bremer, Wilhelm Fienemann, Carl Flöge, Heinrich Grages, Wilhelm Hitzemann, Friedrich Kuckuck, Heinrich Lambrecht, Friedrich Mues, Karl Mues, Friedrich Warnecke, Heinrich Warnecke.

Gründungsvorsitzender ist der Malermeister Heinrich Kuckuck.

 

Am 14. Juni 1911 trifft man sich erneut und fixiert die Gründungssatzung, die „Grundgesetze des Männer-Turn-Vereins Colenfeld“.

 

Die Gründungsmitglieder sind:

Hermann Bode, Karl Bode, August Bode, Fritz Borges, Adolf Bremer (Zimmerer), Heinrich Bremer, Konrad Blume, Wilhelm Lahmsen, August Düker, August Freise, Carl Flöge, Heinrich Fienemann, Wilhelm Fienemann, August Fienemann, Heinrich Grages, Heinrich Hitzemann, Wilhelm Hitzemann, Heinrich Hengstmann, August Hasse, Heinrich Kuckuck (Malermeister), Heinrich Kuckuck (Gastwirt), August Kuckuck, Friedrich Kuckuck, Fritz Köster, Christel Lathwesen, August Lahmßen, Fritz Meuter, Karl Mues, August Reese, Heinrich Rabe, Heinrich Selle, Fritz Scheibe, Wilhelm Scheibe, Heinrich Schneider, Christoph Tegtmeier, Georg Tegtmeier, Karl Tegtmeier, Friedrich Wehrmann, Heinrich Wehrmann, Karl Warnecke, Friedrich Warnecke, Heinrich Warnecke, Heinrich Meyer, Adolf Weise.

 

Die sportliche Betätigung umfasst damals das Turnen an Barren, Reck und Pferd sowie das Bodenturnen, Ringkämpfe und Leichtathletik. Geturnt wird zweimal wöchentlich im Saal des Gasthauses Kuckuck. Leichtathletik betreibt man, in Ermangelung eines Sportplatzes, auf der Schulwiese, in Wehrmann’s Kamp und auf der Weide des Mönchehofes.

 

Der erste Weltkrieg (1914 – 1918) setzt dem neugegründeten Verein vorerst ein jähes Ende.

 

1918 kann der Sportbetrieb wieder aufgenommen werden, als die ersten Mitglieder aus dem 1. Weltkrieg heimkehren. Fritz Scheibe wird nach dem Tode von Heinrich Kuckuck zum 1. Vorsitzenden gewählt, und neben den bisherigen Sportarten ziehen nun auch Faustball und Schlagball als Sportspiele ein. Besonders Schlagball wird in Kolenfeld erfolgreich gespielt und spielt mehr als 10 Jahre eine dominierende Rolle.

 

1931 wird der erste Sportplatz an der Ecke Kanalstraße und Mühlenweg errichtet. Dieser Sportplatz wird in Eigenarbeit immer wieder den sportlichen Bedürfnissen angepasst und bis 2005 vom Verein genutzt.

 

Im Jahre 1935 erreicht man den bislang höchsten sportlichen Erfolg. Die Schlagballmannschaft des „MTV zu Colenfeld“, die bereits mehrere Titel auf Gau-Ebene erreicht hat, spielt in Bremen im Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen Ahrbergen und wird Deutscher Vizemeister.

 

In der zweiten Hälfte der 30-er Jahre ergänzt Handball das sportliche Angebot. Fritz Warnecke betreut die Mannschaft als Spielertrainer.

 

Der Zweite Weltkrieg (1939 – 1945) unterbricht erneut die Vereinsaktivitäten.

 

Das Ende des zweiten Weltkrieges 1945 führt auch zur Auflösung des Vereins durch die Besatzungsmacht. Doch schon kurz darauf kann mit Genehmigung der Militärregierung der Sportbetrieb wieder aufgenommen werden. Aus dem „Männer-Turn-Verein zu Colenfeld“ wird der „Turn- und Sportverein Kolenfeld“. Willi Fienemann wird zum Vorsitzenden bestimmt und in der späteren Gründungsversammlung bestätigt.

 

Das Jahr 1945 ist auch das Gründungsjahr der Fußballsparte. Die Bedingungen unter denen man damals diesen Sport ausübte hören sich heute nach Steinzeit an. Zwar steht ein „Sportplatz“ zur Verfügung, doch Fußballstiefel gibt es nicht. Trikots und Sporthosen sind Raritäten und können, wenn überhaupt, nur über den „Schwarzmarkt“ beschafft werden. Immerhin gibt es eine Holzbaracke, die zum Umziehen benutzt werden kann, an Wasch- und Duschgelegenheiten ist jedoch nicht zu denken.

 

Der Turnbetrieb wird wieder aufgenommen – auch wieder in Kuckuck’s Saal – nachdem dieser durch die Engländer geräumt worden war. Die Turngeräte sind glücklicherweise über die Kriegsjahre hinweg erhalten geblieben, denn einige Mitglieder hatten diese vorausdenkend vor der Besatzungsmacht in Sicherheit gebracht. Erstmals dürfen sich Frauen und Mädchen dem Verein anschließen.

 

Eine Leichtathletik-Gruppe gründet sich 1957.

 

Ab 1961 bereichern eine Jungen- und Mädchenturngruppe das sportliche Angebot.

 

Am 22. Februar 1967 gründet sich erneut eine Frauenabteilung im TSV Kolenfeld. An dieser ersten Versammlung nehmen 25 Frauen teil, 17 von ihnen turnten bis dahin beim TuS Wunstorf. An den Übungstagen fuhren sie mit dem Fahrrad nach Wunstorf und nahmen dort am „Hausfrauen-Turnen“ teil. Mit dem Bau der Hölty-Halle bekommen die Kolenfelder Frauen eigene Hallenzeiten.

 

Im gleichen Jahr greifen die „Alten Herren“ des Fußballs erstmals in das Spielgeschehen ein.

 

Im Oktober 1967 wird die erste Flutlichtanlage auf dem Sportplatz in Betrieb genommen.

 

Im Jahr 1971 gründet sich eine Volleyball-Sparte, die bis 1973 mit 14 Jugendlichen aktiv ist.

 

1972 wird die Turnhalle der Grundschule fertiggestellt. Diese Errungenschaft bedeutet zugleich einen sprunghaften Anstieg der Mitgliederzahlen beim TSV, da nun vermehrt sportliche Aktivitäten im Ort angeboten werden können. Insbesondere die Jugendarbeit profitiert von dem Turnhallenbau. Auch die Jedermann-Turngruppe unter Führung von Heinz Leuvering begründet sich in diesem Jahr. Bis heute treiben ca. 30 Männer im Alter von 35 bis über 80 Jahre jeden Donnerstag Sport.

 

Die Fußballer schaffen 1972 den Aufstieg in die Bezirksklasse und im Folgejahr in die Bezirksliga, wo die Mannschaft sich 4 Jahre lang behaupten kann.

 

Im August 1983 erfolgt der erste Spatenstich zum Bau des Vereinsheimes. Durch die tatkräftige Mithilfe der Mitglieder und der finanziellen Unterstützung der Stadt Wunstorf, der Sportverbände und durch Spenden, kann am 24. November 1984 die Einweihung gefeiert werden.

 

Die Wandersparte gründet sich 1988 auf Initiative der „Jedermänner“ und der Frauen-Turngruppe unter der Leitung von Alfred Seegers, der das Amt bis 2006 ausübt. 2008 wird die Sparte aufgelöst, nachdem kein Nachfolger für Horst Gröger als Spartenleiter gefunden werden konnte.

 

Wirbelsäulengymnastik und Fitnesstraining erweitern das sportliche Programm ab dem Jahre 1992. Im gleichen Jahr gründet sich auch die Sparte Badminton unter dem Spartenleiter Reiner Loh. Marcus Nitsche übernimmt dieses Amt 2001 bis zur Auflösung der Sparte Mitte 2002.

 

Im März 1999 wird der Grundstein für den Bau einer neuen Sportanlage an der Kanalstraße gelegt – die Verhandlungen zwischen der Stadt Wunstorf und dem Kloster Loccum bezüglich des Grundstücktausches werden abgeschlossen.

Im August 2004 beginnen dann die Bauarbeiten für das Sanitärgebäude auf dem neuen Sportplatz. Bei heißem Herbstwetter werden auf dem alten Sportplatz Pflaster aufgenommen, Banden und Werbung demontiert und die Blockhütte, der Kiosk, umgesetzt.

2005 ist die Übernahme der bereits 1963 angeregten neuen Sportanlage zwischen Kanalstraße und Mittellandkanal.

 

Seit dem 2. September 2005 betreibt der TSV unter der Leitung der Familie Dziony wieder aktiv das Gerätturnen, erweitert um die neuen Formen TGW (Turner-Gruppen-Wettkampf) und TGM (Turner-Gruppen-Meisterschaft).

 

Für die gesundheitsfördernden Sportangebote wird der TSV 2006 mit dem Prädikat „Pluspunkt Gesundheit.DTB“ vom Niedersächsischen Turner-Bund und dem Landessportbund ausgezeichnet.

 

Im Jahr 2008 erhält der TSV auch das Prädikat „Sport pro Gesundheit.DOSB“ für die „Anerkennung zur Durchführung des Rehabilitationssports – Sport bei Gelenkarthrose und Gelenkersatz- und Wirbelsäulensport“ sowie die „Anerkennung zur Durchführung von ambulantem Funktionstraining – Trockengymnastik“ durch den Niedersächsischen Turner-Bund.

 

2009 erhält der TSV den „Großen Stern des Sports“ in Bronze des deutschen olympischen Sportbundes und der Volksbanken Raiffeisenbanken für beispielhaftes gesellschaftliches Engagement.